Sex und Verlangen

In vielen Partnerschaften gibt es unterschiedliches Verlangen an Nähe und Sex der jeweiligen Partner. Dies ist auch völlig normal. In diesem Blog wird beschrieben was passieren kann, wenn die Unterschiedlichkeit beginnt zu einem Problem in der Partnerschaft zu werden.

Die Ausgangssituation: Ein Paar, die linke Person hat weniger Verlangen als die rechte Person nach Sex. Die Person mit dem geringeren Verlangen kontrolliert den Sex. D.h. meist geht es nach dieser Person ob Sex zustande kommt oder nicht. Manchmal heißt es auch, „es gibt jetzt Sex“.

Problematisch wird die Situation, wenn der verlangenstärkere Partner sich beginnt Fragen zu stellen. „Weshalb will mein Partner nicht mehr Sex?“ „Bin ich unattraktiv?“ „Ist es wegen meines Körpers?“, „Bin ich nicht gut im Bett?“, …

Diese Unsicherheit beginnt manchmal ganz harmlos und kann sich ausbreiten:

Die Unsicherheit und Fragen nagen am Selbst des Verlangensstärkeren Partners und führen dazu, dass er weniger für den anderen Partner attraktiv wird. Die Unsicherheit und die Zweifel bewirken also genau das Gegenteil was man gerne hätte. Setzt sich die Spirale fort, so entsteht immer mehr Disbalance in Bezug auf Sex und Verlangen.

Dies kann sich zu einem ernsthaften Beziehungsproblem oder auch einen Trennungsgrund entwickeln. Doch wäre dies nicht notwendig.

Der Weg zu einem guten Umgang mit der Unterschiedlichkeit geht über einen selbst.

Gut für sich zu sorgen, an seinem Selbstwert und der eigenen Entwicklung arbeiten, lassen die Selbstzweifel kleiner werden. Aus dieser Stärke und der Gewissheit, „es passt genauso wie ich bin und ich bin begehrenswert wie ich bin“ entsteht Anziehung.

Die Unterschiedlichkeit wird unter den Partnern besprochen und kann auch mal in die andere Richtung wippen – ganz natürlich.

Nähe und Distanz

Beispiel einer paradoxen Beziehungsdynamik in der Partnerschaft:

Ausgangssituation:

Ein Paar und ein Partner wünscht sich mehr Nähe. Grundsätzlich ist es völlig normal, dass es unterschiedliche Nähe- und Distanzwünsche in der Partnerschaft gibt.

Der Partner möchte diese Nähe unbedingt und fordert diese bewusst oder unbewusst immer mehr ein.

Dem Partner kann dieser Wunsch nach Nähe zu viel sein und bewegt sich bewusst oder unbewusst auf die Distanzseite. Somit passiert genau das Gegenteil was der Nähe-suchende Partner erreichen wollte.

Diese Situation wird auch „paradoxe Situation“ genannt. Es passiert genau das Gegenteil von dem was man erreichen wollte.

Paradox auch deshalb, da der Weg zu mehr Nähe über die Distanz geht. Erst wenn der Nähe-suchende Partner auch lernt Distanz zu leben, kann sich Nähe zum Partner entwickeln. Dies kann sein, dass der Nähe-suchende Partner sich um Freunde bemüht, sich Zeit für sich nimmt, sich persönlich weiterentwickelt, usw. Der springende Punkt: Er hält auch das Alleine sein gut aus. Über diesen Weg kann in einer paradoxen Situation schlussendlich Nähe entstehen.

Entwicklung einer Partnerschaft

Mögliche Entwicklung einer Partnerschaft in Phasen

Phase 1: Kennenlernen, Verlieben

Hohe Anziehung, Gefühlsmix, „Schmetterlinge im Bauch“, Glücksgefühl in Bezug auf den Partner, …

Phase 2: Liebe

Verliebtheit geht zurück bzw. entwickelt sich durch die bewusste Entscheidung in Liebe

Erste Verstrickungen (Abhängigkeiten) entstehen. Darüber und über andere Dinge wird hinweg gesehen.

Phase 3: Abhängigkeiten

Die Abhängigkeiten und Verstrickungen nehmen zu. Das kann auf unterschiedlichen Ebenen sein (Emotional, Körperlich, …) Z.b. braucht der eine Partner den anderen Partner um sich zu beruhigen oder der eine Partner fordert mehr Sex ein als der andere Partner möchte. Diese „Enge“ in der Partnerschaft kann auch spürbar werden und sich in körperlichen Symptomen, übermäßigen Konsum von Alkohol, Angst vor dem Alleine Sein, Kontrollsucht, intensive Ausübung von Hobbies, Schweigen in der Partnerschaft, … auswirken.

Phase 4: Krise

„Man hält es nicht mehr aus“, Ehekrise, Versuch auszubrechen, „so kann es nicht mehr weitergehen“, Leidensdruck.

Die große Change Dinge zu ändern!

Außenbeziehungen / Fremdgehen / Affären

Nachfolgende Darstellungen zeigen die Problematik des Verheimlichens einer dritten Person. Auch wenn Anfangs es noch gar keine Außenbeziehung ist, so kann das Geheimnis des Interesses einer anderen Person sich wie eine Mauer entwickeln.

Die Mauer ist auch geheimnisvoll und somit ein gewisser prickelnder Reiz.

Immer mehr wird verheimlicht, die emotionale / körperliche Außenbeziehung nimmt seinen Lauf.
Kommt die Außenbeziehung ans Licht, so kommt es meist zum Bruch der Beziehungen. Kommt die Außenbeziehung nie ans Licht, bleibt die Mauer bestehen. Diese wirkt in einer Beziehung unbewusst.

Eine hilfreiche Methode ist es offen mit dem Partner über eine dritte Person zu sprechen. Es ist unrealistisch zu glauben, man wird nie eine andere Person anziehend finden. Ein rechtzeitiges Gespräch, bevor es sich zur Affäre entwickelt kann vieles klären.


Beziehungsdynamiken

Nachfolgend wird eine zeitliche Folge einer gängigen Beziehungsdynamik dargestellt. Ausgangssituation:

Veränderte Situation nach einer gewissen Zeit:

Eskalierte Situation im weiteren Zeitverlauf:

Lösung im Vorfeld oder auch im Nachgang der Beziehungsdynamik: